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09.01.2019

Ferienschule im Jahr 2018

Auch im Sommer 2018 fand die zweiwöchige Ferienschule des Kooperationsprojektes „Sprachliche Bildung“ statt. In der diesjährigen Ferienschule erhielten knapp 50 geflüchtete Schülerinnen und Schüler aus acht Herkunftsländern die Möglichkeit, spielerisch und mittels innovativer Unterrichtsmethoden ihre Deutschkenntnisse aufzubessern und zu erweitern. Freundlicherweise erklärte sich die Adolph-Kolping-Schule in Köln-Kalk bereit, ihre Schule für das langjährige und dank vielseitiger Unterstützung von Kooperationspartnern wie Stiftungen gut etablierte Sprachförderprojekt zur Verfügung zu stellen.

Die neuzugewanderten Schülerinnen und Schüler wurden von 20 studentischen Förderkräften unterrichtet, welche im Rahmen eines universitären Seminars von den Dozentinnen Magdalena Kaleta (Mercator-Institut / IDSL II), Diana Gebele (IDSL II) und Carolin Peschel (ZuS) auf ihre Rolle als Lehrkraft für geflüchtete Kinder und Jugendliche vorbereitet wurden.

Zu den Besonderheiten der diesjährigen Ferienschule zählte die Unterstützung der Studierenden durch erfahrene Kommilitonen als Peer-Tutoren, welche an diesem Projekt in der Vergangenheit bzw. in ähnlicher Form bereits teilgenommen hatten. Die studentischen Förderkräfte konnten bei Fragen oder Herausforderungen vom Erfahrungsschatz der vier Tutoren profitieren.

Eine weitere Besonderheit des Projekts stellte zweifelsohne der Fokus auf innovative Unterrichtsmethoden dar. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr die mediale Spracharbeit mittels iPads. Durch die Zusammenarbeit mit dem MediaLab des Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung (ZuS) an der Universität zu Köln war es möglich, jeden Schüler/jede Schülerin sowie jede Lehrkraft mit einem iPad auszustatten. Die Tablets standen den Teilnehmenden während der gesamten zwei Wochen zur Verfügung. Dadurch konnten die studentischen Lehrkräfte ihren Unterricht noch individueller und abwechslungsreicher gestalten.

Um einen geschulten Umgang zu garantieren, erprobten die Studierenden die Nutzung der iPads und der Lern-Apps im vorausgegangenen universitären Seminar unter Anleitung des erfahrenen Medienpädagogen Manuel Wagener (ZuS). Dabei wurden die verschiedenen Lern-Apps vorgestellt und mögliche Anwendungsbereiche aufgezeigt. Um einen DaZ-didaktisch sinnvollen Einsatz von digitalen Medien zu garantieren, entwickelten die Studierenden gemeinsam mit den Dozentinnen Magdalena Kaleta (Mercator-Institut / IDSL II), Diana Gebele (IDSL II) und Carolin Peschel (ZuS) im Seminar Aufgabenformate, die diese Apps einbezogen.

Mit einer der Apps konnten Fotoaufnahmen mit Tonspuren unterlegt und diese für verschiedene Spiele wie z.B. Memory genutzt werden. Besonders im Sprachunterricht bot diese App interessante Einsatzmöglichkeiten, auf welche während der Ferienschule gerne zurückgegriffen wurde. Dazu zählte beispielsweise das gleichzeitig schriftliche als auch mündliche Benennen der digitalen Vokabelkärtchen. Dies wurde beispielsweise beim Lernen von Präpositionen oder neuer Vokabeln genutzt.

 

Eine andere App diente der Erstellung kurzer Filmsequenzen, was sowohl im Unterricht als auch in der performativen Spracharbeit am Nachmittag genutzt wurde. Im Unterricht wurden Alltagssituationen wie der Wocheneinkauf, eine Wegbeschreibung mittels Stadtplan oder verschiedenen Kulissen simuliert. Dort konnten die Teilnehmenden mithilfe von Fotos und Tonspuren Kurzfilme erstellen, die ihre Figuren zum Leben erweckten. Während der performativen Arbeit wurde die App hingegen für das Entwickeln eigener Theatersequenzen genutzt. Die Möglichkeit, ein Theaterstück zu konzipieren, ohne selbst unter den Augen aller Mitschülerinnen und Mitschüler auf der Bühne zu stehen, wurde von SchülerInnen wie studentischen Lehrkräften begeistert angenommen.

Auch eigene Bücher und Broschüren wurden mithilfe der IPads erstellt. Mittels einer anderen App konnten die Schülerinnen und Schüler neben Bild-und Textdateien auch Audio- und Videosequenzen in ein Buchprojekt integrieren. Diese App schulte dabei sowohl die Sprachkompetenz als auch die Kreativität der Schülerinnen und Schüler, die unter anderem einen Reiseführer durch das Stadtviertel Kalk erstellten oder verschiede Kurzgeschichten und Märchen verfassten.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler nahmen die modernen Unterrichtsmethoden sehr gut an, auch die Studierenden waren besonders interessiert an den Möglichkeiten der digitalen Spracharbeit. Dadurch konnte nicht nur die Art der Unterrichtsführung, sondern auch das Lernmedium variiert werden. So konnten die Schülerinnen und Schüler über den Tag hinweg einen abwechslungsreichen und vielseitigen Sprachförderunterricht genießen, bei dem verschiedene Sinne und Lerntypen angesprochen wurden.

Die Möglichkeit, innovative Unterrichtsmethoden an angehende Lehrkräfte weiterzugeben und diese im Unterricht erproben zu können, verdeutlicht den Stellenwert eines solchen Projektes wie der Ferienschule. Die Lehramtsstudierenden gewinnen bereits im Bachelorstudium die Erkenntnis, dass guter Unterricht die heterogenen Bedürfnisse der SchülerInnen berücksichtigen muss. Außerdem gewinnen die Studierenden ein Gefühl für unterschiedliche Methoden in der Unterrichtsführung sprachlich-heterogener Lerngruppen, welches ihnen in ihrer weiteren beruflichen Zukunft zugute kommen kann.

Für die großzügige finanzielle Unterstützung der Ferienschule 2018 danken wir der Annemarie und Helmut Börner-Stiftung, Köln, sowie der Harald und Hilde Neven DuMont-Stiftung, Köln.

Für weitere Einblicke in die Ferienschule lesen Sie den Zeitungsartikel der Kölnischen Rundschau und den Beitrag im Magazin des Zentrums für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) unter Presse/Medien.